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Einsatzkonzept

Die DRK-Rettungshundestaffel Peine ist Bestandteil der DRK-Bereitschaft Peine.

Dort sind die Mitglieder der Staffel im Bereich Sanitätsdienst eingesetzt.

Die Bereitschaft wird je nach Bedarf modular eingesetzt.

Wir bilden hierbei (wer hätte das gedacht) das Modul 'Rettungshunde'.

Dieses Modul wird grundsätzlich durch das Modul 'Information und Kommunikation (IUK)'

sowie dem Modul 'Sanität' ergänzt.

Modul 'IUK'

Durch das Modul IUK ist eine bedarfs- und einsatzgerechte Führung der Staffel am Einsatzort sichergestellt. Es besteht aus einem Einsatzleiter und zwei Funkern. Sie sind keine RettungshundeführerInnen und können sich somit auf voll auf ihre Aufgaben wie:

  • Abstimmung mit anderen Organisationen
  • Kontakt zu den eingesetzten Kräften
  • Nachalarmierung
  • regelmäßige Information
  • Einsatzdokumentation
  • Suchzeitüberwachung
  • Suchgebietüberwachung

konzentrieren. Die Einsatzleitung erfolgt in enger Abstimmung mit den Rettungshundeteams.

Modul 'Sanität'

Die HelferInnen des Modul 'Sanität' sind ausstattungs- und ausbildungsmäßig auf den Sucheinsatz vorbereitet. Sie führen Rettungsmaterial mit, regeln den Funkkontakt zur Einsatzleitung und übernehmen in Zusammenarbeit mit dem Rettungshundeführer ggf. die Erstversorgung der gefundenen Person. Das Rettungshundeteam kann sich so voll und ganz seiner Suchaufgabe widmen.

Je nach Lage vor Ort können einzelne Module weggelassen werden. Bei Unterstützungseinsätzen sind wir ggf. aber auch so flexibel, dass lediglich die geprüften Hundeteams zur Unterstützung in den Einsatz fahren. Wir sparen dadurch Einsatzzeit und Kosten.

Einsatz der Rettungshundeteams

Im Einsatzfall fahren alle Mitglieder der Rettungshundestaffel mit. Eingesetzt werden aber nur geprüfte Rettungshundeteams. Teams, die kurz vor der Prüfung stehen werden, soweit möglich, für eine Nachsuche eingesetzt. Für die restlichen Teams dient es der Einsatzvorbereitung (damit man weiss, worauf man sich einlässt).

Weitere Module

Soweit erforderlich, kann z.B.

  • das Modul 'Rettung', z.B. bei einem Sucheinsatz nach einem Großunfall,
  • das Modul 'Betreuung', wenn z.B. draußen übernachtet werden muss,
  • das Modul 'Technik', wenn z.B. Beleuchtung erforderlich ist
  • oder das Modul 'Verpflegung', wenn der Einsatz länger dauert, eingesetzt werden.

Einsatzgebiete

Die DRK-Rettungshundestaffel Peine ist Bestandteil der DRK-Rettungshundestaffeln im Bereich des DRK-Landesverbandes Niedersachsen.

Neben der Peiner Staffel gibt es noch DRK-Rettungshunde-staffeln in

  • Einbeck
  • Hannover
  • Osnabrück
  • Lüneburg
  • Uelzen
  • Verden

Sucheinsätze werden ggf. mit diesen Staffeln koordiniert. Die DRK-Rettungshundestaffel Peine ist als Ansprechpartner für die DRK-Bereitschaften, Feuerwehren und Rettungsleitstellen der Landkreise

  • Goslar
  • Peine
  • Helmstedt
  • Hildesheim
  • Salzgitter
  • sowie der Stadt Braunschweig

Einsatzgründe

Menschen kehren aus den unterschiedlichsten Gründen nicht wieder nach Hause zurück:

  • ältere Personen, die auf Grund von Verwirrtheitszuständen die Orientierung verloren haben,
  • das spielende Kind, dass sich verläuft,
  • der Jogger, Mountainbiker, Drachenflieger oder Reiter, der nach einen Sportunfall hilflos im Wald liegt und auf Hilfe hofft,
  • der Wanderer, Pilzsucher oder Jäger, der nach einem Schwächeanfall in unwegsamen Gelände dringend ärztliche Hilfe benötigt,
  • der behinderte Mitmensch, der nicht nach Hause zurück findet,
  • das Opfer eines Verkehrsunfalles, das unter Schock vom Unfallort fortgelaufen ist,
  • die Opfer größerer Unfälle, die im Schockzustand ungeachtet ihrer schwerwiegenden Verletzungen von der Unglücksstelle weglaufen,
  • der Mitmensch mit Selbstmordabsichten.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes oder als Verschüttete unter Geröllmassen liegen. Verlassene Bekleidung am Badestrand geben auch häufig Anlass zur Sorge.

Bei einem Vermisstenfall steht die Einsatzleitung immer wieder vor dem gleichen Problem:

Innerhalb möglichst kurzer Zeit mit den zur Verfügung stehenden Hilfskräften ein möglichst großes Gebiet effektiv abzusuchen.

Zusätzliche Faktoren wie Witterung, Grund des Verschwindens, körperlicher Zustand und Geländebeschaffenheit des Suchgebietes wirken sich ggf. negativ auf den Zeitfaktor aus.

Für Suchaktionen stehen die Mitglieder der Feuerwehren, der Bergwacht, des DRK oder anderer Hilfsdienste - bei größeren Aktionen auch Hundertschaften der Polizei, das THW und die Bundeswehr zur Verfügung. Ein bedeutendes Hilfsmittel, welches leider oft nicht verfügbar ist, sind Hubschrauber, die mit einer speziellen Wärmebildkamera ausgestattet sind.

Es gilt also die verfügbaren Kräfte so effektiv wie möglich einzusetzen.

Hier nun können DRK-Rettungshunde die Suchkräfte entscheidend entlasten.

Der Mensch ist bei der Suche auf seine Augen angewiesen und somit gerade in der Dunkelheit trotz Beleuchtung nur bedingt einsetzbar.

Der Hund ist dem Menschen durch seine Nase absolut überlegen.

Ein Beispiel:

Stellen sie sich nur einmal vor, wie viele Helfer notwendig wären, in der Nacht eine Tannenschonung von 50 x 100 Meter auf den Knien kriechend abzusuchen - und wie lange sie dafür bräuchten.

2 Rettungshundeteams erledigen diese Aufgabe innerhalb von ca. 4 Minuten. Kann gegen die Windrichtung zum Suchen geschickt werden, wird hierfür sogar nur ein Team benötigt.

Die Hunde suchen freilaufend, so dass Böschungen, Dickichte, Bäche etc. für sie keine Hindernisse darstellen. Ihre körperlichen Fähigkeiten können sie hier voll einsetzen. Spezielle Suchtaktiken führen zudem dazu, dass ein bestimmtes Gebiet sehr schnell und zuverlässig abgesucht werden kann. Selbstverständlich haben Rettungshunde keinen ausgegeprägten Jagdtrieb und ignorieren während der Suche jeglichen Wildkontakt.

In ihrer zweijährigen Ausbildung, haben Rettungshunde gelernt, dass 'Menschen finden' für sie immer positiv ist. Aufgrund ihres ausgeprägten Geruchssinnes sind sie in der Lage, einen Vermissten bereits auf mehrere hundert Meter Entfernung zu riechen - unabhängig von der Geländebeschaffenheit, der Tages- oder Nachtzeit und der Witterung.

Der Hund hat ebenfalls gelernt, den Aufforderungen seines Hundeführers unter Umständen nicht Folge zu leisten. Wenn er zum Beispiel den Geruch des Vermissten unmittelbar in der Nase hat, wird er sich in der Suche nicht abrufen lassen. Ein gut ausgebildeter Hund verweigert dieses Zurückrufen auf eine dem Hundeführer verständliche Art, z.B. rutenwedelndes Weiterlaufen. Dieses Verständnis zwischen Hund und Hundeführer ist die absolute Grundvoraussetzung für einen Einsatz des Teams.

Hat der Hund einen Vermissten gefunden, bleibt er beim ihm und zeigt dies durch ausdauerndes Bellen an. Dies ist notwendig, da der Hund frei sucht und der Hundeführer nicht direkt bei seinem Hund ist. Er orientiert sich nun am Bellen des Hundes zum Vermissten

Bei der gefundenen Person verhält sich der Hund passiv. Er bedrängt sie nicht und bleibt auch in gebührendem Abstand, wenn z.B. eine verwirrte Person weiter läuft oder sich dem Hund gegenüber sogar aggressiv verhält.

Der Rettungshundeführer hat neben der Suche die Aufgabe, die Funkverbindung mit der Einsatzleitung zu halten, sich mit Karte und Kompass im Gelände zu orientieren, das Suchgelände einzuteilen, die Suche mit den anderen Rettungshundeführern zu koordinieren und der gefundene Person in Zusammenarbeit mit dem begleitenden Sanitäter ggf. Erste Hilfe zu leisten.

Rettungshundeteams sind somit in der Lage, die erforderliche Suchzeit entscheidend zu verkürzen, indem sie vorrangig schwer zugängliche Gebiete absuchen oder gerade Nachts auf ihren Einsatz zurückgegriffen wird.

Die  DRK-Rettungshunde werden in der Regel auch ausgebildet, Menschen in Trümmern z.B. nach Gebäudeeinstürzen zu finden. Einige Hunde haben des weiteren eine Ausbildung in der Wassersuche und sind somit in der Lage, Ertrunkene zu finden. Die Einsatzmöglichkeiten der DRK-Rettungshunde umfassen also:

  • Flächensuche
  • Trümmersuche